Polyvagal® Methode Berührung in der Therapie – ein sicherer Raum für den Körper

Blatt mit Tautropfen

Für viele Menschen ist Berührung etwas sehr Persönliches. Gerade nach belastenden Erfahrungen, Verlusten oder Grenzverletzungen kann sie mit Unsicherheit, Sehnsucht oder auch Angst verbunden sein. Gleichzeitig ist Berührung eine der ursprünglichsten Formen von Regulation, Sicherheit und Verbindung.

Wie kann achtsame Berührung heilsam sein?

In der Kraftquelle Praxis ist Berührung kein Selbstzweck, sondern ein bewusst eingesetztes, achtsames therapeutisches Element – eingebettet in eine klare Haltung, transparente Kommunikation und die Orientierung am Nervensystem.

Warum braucht der Körper Berührung?

Unser Nervensystem entwickelt sich von Anfang an in Beziehung. Schon früh lernen wir über Berührung, ob wir sicher sind, gehalten werden und willkommen sind. Fehlen diese Erfahrungen – oder wurden sie mit Stress, Verlust oder Überforderung verknüpft – kann der Körper in dauerhafter Alarmbereitschaft bleiben

Achtsame Berührung kann:

• Sicherheit vermitteln • Regulation des Nervensystems unterstützen • innere Spannungszustände lösen • Körperwahrnehmung vertiefen • Verbindung zwischen Körper und Psyche stärken

Sie wirkt dort, wo Worte allein oft nicht ausreichen.

Wozu dient Berührung in der körperorientierten Psychotherapie?

In der körperorientierten Psychotherapie wird Berührung achtsam, respektvoll und klar begrenzt eingesetzt. Sie geschieht niemals überraschend oder übergehend, sondern immer: • in Absprache • mit Einverständnis • im Tempo der Klientin oder des Klienten • orientiert am aktuellen Nervensystem-Zustand

Berührung kann zum Beispiel unterstützend wirken, um:

• innere Sicherheit zu fördern • Grenzen spürbar zu machen • Halt zu erleben • den Kontakt zum eigenen Körper zu vertiefen Dabei steht immer die Selbstwahrnehmung im Mittelpunkt – nicht das „Aushalten“.

Was sind die Vorteile der Polyvagal Methode?

Aus polyvagaler Sicht ist Sicherheit die Grundlage jeder Veränderung. Berührung wird daher nicht eingesetzt, um etwas „auszulösen“, sondern um dem Nervensystem neue Erfahrungen von Schutz und Regulation zu ermöglichen.

Wobei kann Polyvagal orientierte Berührung helfen?

Die körperorientierte Berührung bei Polyvagal unterstützt: • aus Stress- und Alarmzuständen herauszufinden • Erstarrung oder Rückzug sanft zu begleiten • das Gefühl von Verbundenheit zu stärken • den Körper wieder als sicheren Ort zu erleben Der Körper entscheidet dabei stets mit.

Grenzen, Autonomie und Wahlfreiheit

Was ist wichtig zu beachten bei der Anwendung der Polyvagal® Methode?

Ein zentraler Aspekt meiner Arbeit ist die Wahrung von Autonomie. Berührung ist immer optional. Ein Nein ist genauso willkommen wie ein Ja – und darf sich jederzeit verändern. Wichtig und zu beachten ist: • jede Berührung wird vorher besprochen • Klient:innen behalten jederzeit die Kontrolle • Wahrnehmungen dürfen benannt oder auch still erlebt werden • Grenzen werden respektiert und gestärkt Therapie ist ein Ort, an dem Selbstbestimmung erfahrbar werden darf.

Was passiert, wenn Berührung ungewohnt oder ambivalent ist?

Viele Menschen spüren gleichzeitig ein Bedürfnis nach Nähe und eine Angst davor. Auch das ist verständlich. In der therapeutischen Begleitung darf diese Ambivalenz da sein – ohne Druck, ohne Ziel, ohne Bewertung. Manchmal ist es bereits heilsam, über Berührung zu sprechen, ohne sie anzuwenden. Auch das kann ein wichtiger Schritt sein. Berührung als Einladung, nicht als Methode Berührung in der Therapie ist keine Technik, sondern eine Einladung: den Körper wieder zu spüren, Sicherheit zu erfahren und die Verbindung zu sich selbst zu vertiefen. In der Kraftquelle Praxis entsteht dafür ein geschützter Raum, in dem Körper, Nervensystem und Psyche gemeinsam angesprochen werden dürfen.

Meine Erfahrung mit der Polyvagal-Methode in der Praxis

Berührung kann ein kraftvoller Weg sein, um Sicherheit, Regulation und Verbindung zu erfahren – wenn sie achtsam, transparent und im Einklang mit dem Nervensystem geschieht. Der Körper weiß oft sehr genau, was er braucht. Ihm zuzuhören ist ein Akt von Respekt und Heilung. Mit der Polyvagal-Methode öffne ich meinen Patientinnen und Patienten einen Raum zu sich selbst: Zu Selbst-Annahme und Heilung von tiefsitzenden Verletzungen. Dahinter steht der einfache Satz: Schön, dass du da bist. Ich bin dafür, dass es dich gibt.

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